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Hormonmangel bei Akromegalie?
Eigentlich ist ja die Akromegalie eine Erkrankung, bei der ein Hormonüberschuss
vorliegt, möchte man meinen. Kann trotzdem ein Hormonmangel auftreten?
Ja, es kann.
Es gibt im Wesentlichen zwei Situationen, in denen es zu einem Mangel an Steuerungshormonen
der Hirnanhangsdrüse kommen kann. Die angesteuerten Drüsen, z.B. Eierstöcke, Schilddrüse oder Nebennierenrinde,
fahren dann selbst die Hormonproduktion zurück, weil der Antrieb durch
die Hypophysenhormone fehlt.
Wenn der Tumor "drückt"
Wenn der Tumor der Hirnanhangsdrüse eine gewisse Größe erreicht, dann "drückt" er auf andere, gesunde Bezirke der Hirnanhangsdrüse. Zellen, die Hormone bilden, werden dann "gequetscht", sie können keine Hormone mehr bilden und freisetzen. Die Folge sind Hormonmangelerscheinungen. Oft fallen Hormonmangelerscheinungen schon auf, bevor die Diagnose einer Akromegalie gestellt wird.
In dieser Situation besteht die Aussicht, dass eine erfolgreiche Operation den Hormonmangel beseitigt. Denn die Operation entlastet die gequetschten Hormonzellen in der Hirnanhangsdrüse. Erholen sich die Zellen wieder, ist der Hormonmangel passé.
Hormonmangel als Folge der Behandlung
Manchmal
gestaltet sich die Operation so schwierig, dass der Neurochirurg nicht nur
Tumorgewebe, sondern auch gesundes Gewebe der Hirnanhangsdrüse entfernt.
Hier kann es dann passieren, dass nach der Operation ein Mangel eines oder
mehrerer Hormone in Erscheinung tritt.
Schließlich
kann eine Strahlenbehandlung zu Hormonmangel führen. Bei etwa 15 Prozent
der Patienten, die sich einer Radiochirurgie, d.h.
einer speziellen Form der Strahlenbehandlung unterzogen haben, tritt ein zumindest
teilweiser Hormonmangel auf. Der Hormonmangel wird durch die Wirkung der Strahlen
auf gesundes Hypophysengewebe verursacht und zeigt sich manchmal erst Jahre
nach der Bestrahlung.
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