Inhalt
Strahlenbehandlung bei Akromegalie - einfach erklärt!
Um
es gleich vorneweg zu sagen: Wenn der Arzt eine Strahlenbehandlung empfiehlt,
heißt das noch lange nicht, dass eine Krebserkrankung vorliegt! Dass
ein Tumor der Hirnanhangsdrüse bösartig ist, stellt die absolute
Ausnahme dar. Unter bestimmten Umständen jedoch ist auch bei einem gutartigen
Tumor eine Strahlenbehandlung sinnvoll, vor allem dann, wenn andere Behandlungsverfahren
nicht zum Erfolg führten. Und das ist relativ selten der Fall.
Wann wird eine Bestrahlung in Betracht gezogen?
Die Strahlenbehandlung kommt dann in Frage, wenn nach einer oder mehreren Operationen ein Rest des Tumors verblieben ist und sich dessen überschüssige Hormonbildung durch Medikamente nicht beeinflussen lässt. Der Arzt empfiehlt vielleicht auch eine Bestrahlung, wenn diese Medikamente nicht vertragen werden oder wenn der Patient aufgrund einer anderen Erkrankung oder des Alters nicht operiert werden kann. Auch wenn ein Patient eine Strahlenbehandlung ausdrücklich wünscht, kommt die Strahlenbehandlung in Betracht.
Die Bestrahlung wird in der Regel also nicht als erste Behandlungsmaßnahme durchgeführt. Eine Ausnahme liegt dann vor, wenn der Tumor der Hirnanhangsdrüse nicht entfernt werden kann und eine Behandlung mit Medikamenten nicht möglich ist.
Welche Verfahren werden eingesetzt?
Ziel der Behandlung ist es, die Tumorzellen durch ionisierende Strahlen zu vernichten. Dazu sollen die Strahlen möglichst nur die Geschwulst und nicht gesundes Gewebe treffen, das den Tumor umgibt. Durch die Strahlung gehen die Zellen des Tumors langsam zugrunde, die Geschwulst nimmt nicht mehr an Größe zu oder schrumpft sogar; die Wachstumshormonausschüttung lässt nach.
Heute werden gezielte, so genannte stereotaktische Bestrahlungsverfahren eingesetzt, mit denen der Tumor sehr gezielt mit Strahlen "beschossen" wird. Im Wesentlichen stehen zwei unterschiedliche Verfahren zur Auswahl:
- Bei der fraktionierten Strahlentherapie wird die Behandlung in mehreren Sitzungen durchgeführt. Sie kann auch bei größeren Tumoren durchgeführt werden, die Wirkung tritt relativ langsam ein.
- Bei der Radiochirurgie erfolgt eine sehr zielgenaue Bestrahlung – wie unter dem Messer eines Chirurgen - in einer einzigen Sitzung und mit einer hohen Strahlendosis. Dieses Behandlungsverfahren wird bevorzugt bei kleineren, umschriebenen Tumoren der Hirnanhangsdrüse eingesetzt, die Wirkung tritt relativ rasch ein, umgebendes Gewebe kann weitgehend geschont werden. Zur Radiochirurgie zählen Verfahren wie das Gamma-Knife® und Cyber-Knife® sowie der Linearbeschleuniger.
Welchem Verfahren der Vorzug gegeben wird, hängt wesentlich von der Größe und des Tumors und von seiner Lage ab.
[weiter]