Inhalt

Warum ist die Behandlung der Akromegalie so wichtig?

Wird die Akromegalie ausreichend behandelt, verringert sich die Gefahr von Folgeerkrankungen. Die Lebenserwartung der Betroffenen entspricht dann derjenigen des Durchschnitts der Bevölkerung.

Folgeerkrankungen

Aufgrund des Überschusses an Wachstumshormon und IGF-I) leiden Patienten mit Akromegalie häufig an Folgeerkrankungen. So bestehen bei

  • 30 Prozent der Patienten ein Bluthochdruck
  • 20 Prozent Durchblutungsstörungen des Herzens und des Gehirns
  • 20 Prozent eine Zuckerkrankheit (Diabetes mellitus)
  • 55 Prozent nächtliche Atempausen (Schlafapnoe-Syndrom).

Akromegalie verkürzt Lebenserwartung

Wird die Akromegalie nicht gut behandelt, ist die Lebenserwartung der Patienten um etwa 10 Jahre verkürzt. Patienten mit Akromegalie sterben dabei vor allem an Herzerkrankungen, besonders an Herzinfarkt. Lungenerkrankungen sind bei etwa einem Viertel der Patienten die Todesursache. Erkennen lässt sich die Qualität der Behandlung u.a. an der Höhe des IGF-I -Werts, der innerhalb des Normbereichs liegen sollte.

Wahrscheinlichkeit des Überlebens bei Akromegalie

Die folgenden Kurven zeigen, wie sich die Akromegalie und ausgewählte Folgeerkrankungen auf das Überleben der Betroffenen auswirken. Sie unterstreichen damit, wie wichtig eine wirksame Behandlung ist.

Grafik zeigt die Wahrscheinlichkeit des Überlebens bei Akromegalie

Je steiler die Kurve fällt, desto kürzer leben die Patienten im Durchschnitt. Akromegalie-Patienten mit Herzerkrankungen weisen im Vergleich mit der Durchschnittsbevölkerung, aber auch im Vergleich mit dem Durchschnitt aller Akromegalie-Patienten und mit zuckerkranken Akromegalie-Patienten (Diabetes) eine kürzere Lebenserwartung auf.

Normales IGF-I- längeres Überleben

Nur eine ausreichende Behandlung ist in der Lage, Folgeerkrankungen von Patienten mit Akromegalie zu vermeiden oder zu bessern. Wird die Erkrankung erfolgreich behandelt oder geheilt, können Patienten mit Akromegalie im Durchschnitt ein genauso langes Leben erwarten wie die allgemeine Bevölkerung. Wichtig ist dabei vor allem, dass der IGF-I-Wert auf Dauer im Normbereich liegt.

Quellen:

  1. Gerbert B. Epidemiologie. Deutsches Akromegalie-Register online.
    Link öffnet in neuem Fensterwww.akromegalie-register.de , 2005.
  2. Rajasoorya C et al. Determinants of clinical outcome and survival in acromegaly. Clin Endocrinol (Oxf) 1994; 41: 95-102.